Zeittafel zur Geschichte Finkenwerders

1236 Am 22.September wird ein Vergleich zwischen Erzbischof Gerhard II und dem Herzog Otto von Braunschweig beurkundet wonach dieser mit den Inseln Görieswerder und Finkenwerder belehnt wird.
1427 Graf Otto II von Holstein und Schauenburg verpfändet dem Hamburger Ratsherrn Erich von Tzewen, seinen nördlichen Teil Finkenwerders
1445 Graf Otto II von Holstein und Schauenburg verpfändet dem Rat der Stadt Hamburg seinen Teil des in der Elbe gegenüber Nienstedten gelegenen Finkenwerder.

Erich von Tzewen sorgt für de Neu-Eindeichung der Insel-Nordseite.
1446 Der Rat der Stadt Hamburg beurkundet den Kauf, der zuvor an den Ratsherrn von Tzewen verpfändeten Hälfte Finkenwerders. Hamburg gewinnt damit die Gewässerhoheit und kann zukünftig verhindern, dass der Handelsplatz Hamburg über die Dradenau und die Süderelbe umfahren werden kann. Auch sichert sich die Stadt die reichen Fischgründe vor Finkenwerder
1508-1511 Starke Verwüstung der Nordhälfte der Insel durch Sturmfluten mit totaler Zerstörung der Deiche
1568 Die Landscheide, ein alter schon 1410 erwähnter Elbarm, wird vertraglich zur Grenze zwischen beiden Inselhälften ( Heute:Finkenwerder Landscheideweg, Im Finkenwerder- Niederdeutsch immer noch: De Laanscheen)
1603-1612 Erste Eindeichung beider Inselhälften
1618-1648 Der dreißigjährige Krieg lässt Finkenwerder unbeeinträchtigt
1705 Der Süden Finkenwerders fällt durch Erbschaft an das Kurfürstentum und spätere Königreich Hannover
1800 Senator Wilhelm Amsinck lässt Finkenwerder neu eindeichen
Deichwesen Finkenwerder 1801 Amsinck erlässt die sich für die weitere Entwicklung der Insel wichtig erweisende "Verfügung für das Finkenwerder Deichwesen" Daran erinnert seither in der Nähe des Marktplatzes am Steendiek der alte Amsinckstein mit der Jahreszahl 1806. Dieser war ursprünglich de Schlussstein im damaligen ersten "Steendiek" dem ersten seiner Art in Norddeutschland.
1810-1814 Finkenwerder - wie Hamburg von den Franzosen besetzt
1830 Finkenwerder (Nur Hamburger Seite) hat 1553 Einwohner
1866 Die Lüneburger Seite Finkenwerders wird preußisch, nachdem das Königreich Hannover den Krieg gegen die Preußen verloren hatte
1870-1871 Krieg gegen Frankreich, auch Männer und Söhne aus Finkenwerder fallen.
Darn erinnert noch das Mahnmal am Finkenwerder Süderdeich wie auch nach den folgenden zwei Weltkriegen das Mahnmal auf dem alten Friedhof)
1890 Finkenwerder (Nur Hamburger Seite) hat 3788 Einwohner
1902-1914 Elbseitige Aufspülung des späteren Geländes der Deutschen Werft im Vorland des Finkenwerder Norderdeichs und des Neßdeichs
1918 Gründung der Deutschen Werft
1919 Die Nordseite Finkenwerders wird Stadtteil Hamburgs
1936-1939 Aufspülung des Vorlandes, de "Schallen" vor dem Neßdeich und Ankauf von Ländereien im Westen Finkenwerders durch die Stadt zwecks Schaffung eines Flughafens
1939 Gründung der Firma Hamburger Flugzeugbau
1939 Finkenwerder hat, in beiden Teilen zusammen 6318 Einwohner
1939-1945 Finkenwerder erleidet als Standort der Werft und aufgrund der Nähe zum Hafen und zu den Ölraffinerien erhebliche Kriegsschäden. Okt. 1944 April 1945 Die SS unterhält am Rüschweg auf Finkenwerder für die Deutsche Werft ein Außenlager des KZ Neuengamme mit bis zu 600 Häftlingen von denen mehr als 300 1945 bei dem Versuch sie in Vernichtungslager im Osten zu deportieren bei einem alliierten Angriff auf die Transportschiffe umkommen. (Mahnmal des Künstler Axel A. Groehl am Rüschweg)
1946 Finkenwerder hat beide Teile zusammen 13 076 Einwohner
1973 Die Deutsche Werft wird geschlossen, nachdem sie mit mehr als 1200 Beschäftigten zur zeitweise größten Handelsschiffwerft der Welt geworden war
1980-1992 Beiderseits der neuen Rudolf Kinau Allee entstehen Wohngebiete mit Einfamilienhäusern. Junge Familien beleben Finkenwerder
1989-2011 Die Firma Airbus entwickelt sich auf Finkenwerder zum drittgrößten Standort des Zivilflugzeugbaus in der Welt, mit der Endlinienverantwortung für mehrere Airbustypen und das derzeit größte Zivilflugzeug der Welt den Airbus A 380 und beschäftigt aktuell ( mit Fremdfirmen ) über 12000 Arbeitnehmer
2006 Finkenwerder wehrt sich mit einer erfolgreichen Bürgerinitiative gegen den Verwaltungsanschluss an den Bezirk Harburg und bleibt im Bezirk Hamburg Mitte
2007 Der Hamburger Senat schließt unter anderen Ämtern auch das Ortsamt Finkenwerder. Die Insel verliert damit auch ein Stück Selbständigkeit und ihre eigene bürgernahe Verwaltung. Durch eine Änderung des Bezirksverwaltungsgesetzes verlagern sich zudem viele Kompetenzen des ehemaligen Ortsausschusses auf die Bezirksversammlung. Finkenwerder, behält aber eigenen Regionalausschuss.
2011 Finkenwerder hat ca. 11500 Einwohner, darunter etwa 13% Ausländer, in der Mehrzahl Türken, in der der 1. 2. und 3. Generation und wird ein friedliches Jubiläum feiern. Alle Bürger Finkenwerders freuen sich darauf. dass im Jahre 2012 durch den Betrieb der Umgehungsstraße endlich und hoffentlich für immer, das Problem des Durchgangsverkehres gelöst ist, das sich seit der Herstellung der Landverbindung nach Westen zu einem ständig wachsenden Problem entwickelte.